Herzlich willkommen!

Herzliche Einladung...

...zur Ordination von Diakon Matthias Gibhardt am Sonntag, den 25. Februar 2018 um 10 Uhr in die Christuskirche Altenkirchen.

Ordination Gibhardt

Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen

Was passiert, wenn wir alle mal das Visier hochklappen? Arnd Brummer begrüßt Sie zur Fastenaktion 2018

7wo2018_aktionsmotiv_rgb_0Liebe Mitfastende,

ich bin in einem Verein, in dem meiner Meinung nach einiges schiefläuft. Ob ich das in der nächsten Versammlung ansprechen soll? Mein Freund Jan meint: „Lass es!“ Der Vorstand könne es auf den Tod nicht leiden, wenn jemand Diskussionen anzettle: „Die wollen das durchziehen und nach spätestens anderthalb Stunden fertig sein. Und die meisten Mitglieder sehen das genauso. Wenn du aufstehst und ans Mikro gehst, bist du der Buhmann.“ Natürlich hat er recht, aber soll ich deshalb dazu schweigen?

Unser Fastenmotto 2018 ist eindeutig. Es heißt „Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen“. Denn: Debatten sind lästig, aber ohne Rede und Gegenrede kommt eine Gemeinschaft nicht weiter. Zeig dich! Das fiel einem Mönch namens Martin Luther vor 500 Jahren nicht unbedingt leicht. Er rang sich durch. Und vor ihm viele andere, wie die Bibelstellen zeigen, die wir für die Fastenzeit ausgewählt haben: Gott zeigt sich jenen, die mit ihm, also mit der Wahrheit ringen wie Jakob (Woche 1). Und er zeigt sich in den Menschen, die Mitgefühl zeigen, anderen helfen wie der barmherzige Samariter (Woche 2). Zu zeigen, dass man liebt, das kann man von der Frau lernen, die Jesus mit kostbarstem Nardenöl salbt (Woche 3).

Dass wir nicht kneifen sollen, wenn wir einen Fehler gemacht haben, zeigt wiederum der Schöpfergott dem nackten Adam, der sich mit schlechtem Gewissen vor ihm versteckt (Woche 4). Widerstände von außen überwindet der blinde Bettler, der voller Hoffnung nach Jesus ruft. Seine Freunde zischen ihm zu, er solle doch die Klappe halten. Zum Glück tut er das nicht (Woche 5). Zu zeigen, wofür man steht, kann schwer sein. „Ich kenne den Menschen nicht“, sagt ein gewisser Simon Petrus drei Mal, als er auf den verhafteten Jesus angesprochen wird. Ja, er kneift (Woche 6). Wie Jona, der erst im Bauch des Walfisches nicht mehr vor Gott und vor sich wegrennen kann. Da endlich sieht er klar: Ich muss raus, mich zeigen, mit den Leuten reden, auch wenn ich mich davor fürchte, auch wenn es unangenehm werden kann (Woche 7).

Und ich? Ich werde mich in der Jahreshauptversammlung zu Wort melden. Und wünsche Ihnen eine Fastenzeit mit offenen Augen und offenem Visier!

Arnd Brummer, Geschäftsführer der Aktion 7 Wochen Ohne

Ein Stern gegen das Heimweh

So fing alles an vor fast 200 Jahren in Herrnhut...

Stern_Baltasar_18cm_gelb_outdoor_beleuchtet-300x268Der Herrnhuter Stern leuchtet im Advent in vielen Fenstern, Kirchen und Schaufenstern. Seine besondere geometrische Form, die warmen Farben, die praktische Auf- und Abbauanleitung und seine Verbindung zur Herrnhuter Brüdergemeine macht ihn zu einem der beliebtesten Schmuckstücke im Advent.

Dieser Stern erinnert uns an den Stern von Betlehem. Diesem folgten die „Weisen aus dem Morgenland“ (Mt 2,1), weil er eine neue und alles verändernde Zeit ankündigte. Statt im Palast des Königs fanden sie den Hoffnungsträger in einer kleinen Behausung in Betlehem. Es war Jesus – ein gerade neugeborenes Kind einfacher jüdischer Eltern.

Doch wie kam es zu dem Stern bei den Herrnhutern? Seit dem 16. Jahrhundert wurden durch die Gegenreformation in Deutschland viele Evangelische verfolgt. Nikolas Graf von Zinzendorf gab 1722 den Verfolgten Asyl auf dem Gut Berthelsdorf. Schon kurz nach der Gründung der Herrnhuter Brüdergemeine entsandten die Brüder und Schwestern in viele Teile der Welt Missionare. Teil ihrer christlichen Botschaft war das Verständnis von der Gleichheit aller Menschen, der Bedeutung der Bildung für Kinder und Erwachsene sowie die tägliche notwendige Versorgung (Heimat, Essen, Landwirtschaft).

Sobald die Kinder ins schulfähige Alter kamen, wurden sie nach Deutschland in Internate gebracht. Natürlich hatten sie großes Heimweh.

Zum 1. Advent bastelten die Kinder solche Sterne im fächerübergreifenden Unterricht von Mathematik, Kunst und Religion. Die ersten Farben waren weiß und rot. Weiß für die Reinheit, das klare Licht des Himmels bzw. auch das Licht des Auferstandenen sowie Rot für das Blut Jesu, seine Liebe, seine Barmherzigkeit.

Seit dieser Adventszeit schmückten diese Sterne die Fenster gegen das Heimweh der Kinder.
Wir haben seit langem diese Tradition übernommen, manchmal ohne den Ursprung zu kennen. Aber vielleicht sind auch für uns die Sterne Ausdruck unserer Sehnsucht nach Heimat, nach der Nähe Gottes in unserem Leben hier auf der Erde, Sehnsucht nach innerem und äußerem Frieden.

HerrnhutWie sehr erst müssen sich die Menschen danach sehnen, die aus ihrer Heimat fliehen, um dem Hunger, der Angst oder dem Tod zu entkommen. Wie sehr werden sie nach einem Licht suchen am Ende ihres langen ungewissen Weges. Wie sehr werden sie in der Nacht und am Tag beten zu dem Gott, der alles Leben geschaffen hat, in der (Glaubens-) Sprache, die ihnen seit ihrer Kindheit vertraut ist.

Wie diese Menschen war auch Jesus mit seinen Eltern auf der Flucht vor dem Tod. Jesus ist keine Finsternis fremd, kein Heimweh und darum den Kindern der Missionare ganz nah, und allen nah, die verängstigt sind im Blick auf die Zukunft.

Doch das Verheißungsvolle ist, dass Jesus mit seinem ganzen Leben bis hin nach Emmaus und Jerusalem den Himmel geöffnet hat, ein Licht aufleuchten ließ „über denen, die im Finstern wandeln“, wie wir bei Jesaja 9 lesen. Jesus holt die im Dunkeln sind in die Mitte, ins Licht. Gibt den Kindern, den Frauen, den Armen, den Entrechteten, den Krankgemachten Raum zum Leben und Lieben und sich freuen. Jesus gibt ihnen Geborgenheit und Heimat.

Wie der Stern die Dunkelheit erhellt, so kommt Gott vom Himmel zur Erde, damit wir uns von Gottes Liebe verwandeln lassen, damit der Friede auf Erden kein frommer Wunsch bleiben muss, damit wir singen können wie Hanns Dieter Hüsch „Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“.

Eine gesegnete und fröhliche Weihnachtszeit!

Ihre Pfarrerin Gudrun Weber-Gerhards