Herbst/Winter 2014/15

KrankenwagenEs schneit. Die Flocken legen sich wie eine Decke über das Land, die Zentimeter um Zentimeter wächst. Über den Winter können wir uns dieses Jahr im Westerwald absolut nicht beklagen, Klimawandel hin oder her. Das Leben in Altenkirchen wird dann immer ein paar Tage oder wenigstens Stunden lang ruhiger, gedämpfter. Alle Geräusche werden leiser, Fahrzeuge und FußgängerInnen bewegen sich vorsichtiger. Die Decke legt sich auch ein bisschen aufs Gemüt. Winter-Blues!

Das Gefühl kenne ich derzeit von meiner Kirchengemeinde. Jetzt ist es schon über ein halbes Jahr, dass Pfarrerin Weber-Gerhards und Pfarrer Brückner nicht mehr so richtig auf dem Damm sind. Zwischenzeitlich ja, meist eher nicht. Pfarrer Zeidler hält tapfer, aber einsam die Stellung. Das Gemeindeleben geht weiter, ja, aber mit gebremstem Schaum. Wie ein Motor, der nicht mehr auf allen Zylindern läuft...

Im Presbyterium versuchen wir gegenzuhalten, uns nicht unterkriegen zu lassen. Aushilfen bei Predigten und Kasualien werden organisiert, Ehrenamtliche gestärkt und unterstützt, so gut es geht. Toll zu beobachten, wie viele Talente unsere Gemeinde hat und wie selbstverständlich viele Gruppen auch mit wenig hauptamtlicher Unterstützung hervorragende Arbeit leisten (z.B. die Frauenhilfe, die gerade mit großem Elan den Weltgebetstag im März vorbereitet). Dennoch musste auch vieles verschoben werden oder ausfallen, die Passionsandachten etwa, etliche Konfistunden oder der Diskussionsprozess zur Zukunft der Gemeinde.

Die Sonne blitzt aber schon hinter den Schneewolken hervor. Im Frühling, nach Ostern vielleicht, wird sich die Situation entspannen. Und viele Dinge, die (trotzdem) angeschoben wurden, werden uns Freude machen, z.B. in der Familienkirche oder beim KiJu-Umbau, bei den vielen geplanten kirchenmusikalischen Ereignissen oder beim Kirchcafé. Gemeinde sind wir alle, nicht nur die, die Theologie studiert haben. Bauen Sie (weiterhin) daran mit!

Sommer 2014

EinsteinDen Herrn hier kennen Sie sicherlich, Albert Einstein hat ja bekanntlich die Relativität der Zeit entdeckt. An ihn muss ich manchmal denken, wenn der Tagesordnungspunkt (auch liebevoll TOP genannt) "Bericht aus dem Bauausschuss" drankommt. Meistens ist das noch ganz am Anfang des Abends, so TOP 2 oder 3 vielleicht. Und obwohl danach gut und gerne noch 10 bis 15 weitere Themen kommen, hat man, kaum ist der Monsterpunkt geschafft, das Gefühl, dass die Sitzung schon auf die Zielgerade einbiegt...

Zur Zeit ist aber auch wieder extra viel über Baudinge zu reden, denn in wenigen Wochen startet der schon erwähnte Umbau des Kinder- und Jugendzentrums dann tatsächlich – und wir können uns hoffentlich auch mal wieder anderen Themen zuwenden. Relativ schön wird’s aber ganz bestimmt!

Auch nicht schlecht war die Beteiligung am Zukunftsgespräch Gemeinde Anfang Juli. Über Verbesserungen rund um die Gottesdienste (z.B. das nun jeden dritten Sonntag im Monat stattfindende Kirchcafé) wurde da bspw. geredet, über die bessere Vernetzung der Kinder- und Jugendarbeit oder auch über verschiedene Gemeindeverständnisse und die Grundlagen unseres Glaubens. Das Presbyterium freut sich sehr, dass in diesem Gesprächsprozess so viele neue Ideen und Vorschläge entstehen, die sicherlich dazu beitragen werden, unsere Kirchengemeinde noch lebendiger und im öffentlichen Leben sichtbarer werden zu lassen. Vielleicht hätten Sie ja auch Lust, dabei noch mitzumachen?

Und dann war da natürlich noch das Fest der 7 Tafeln der "alten Kirchen" in Altenkirchen. Bei super Wetter und durch eine prima Zusammenarbeit mit der kath. Geschwistergemeinde war es ein großer Erfolg gelebter Ökumene. Mit dem großen Puccini-Konzert, der Mahnwache samt Konzert zum 9. November und weiteren kleinen und großen Ereignissen kommt dann schon so langsam Weihnachten auf uns zu – seufz, schon wieder...

Frühjahr 2014

FußballVielleicht kennen Sie das ja aus eigener Erfahrung: An einem Haus gibt es immer was zu bauen. Am Kirchen-Haus erst recht. Nachdem die KiTa "Arche" einen Anbau bekommen hatte, ist demnächst das Kinder- und Jugendzentrum mit der überfälligen Modernisierung dran und wir verbringen eine Menge Zeit damit, uns Entwürfe anzusehen, Kosten zu bedenken, Zuschüsse zu suchen und über Fenstergrößen zu debattieren. Das wird natürlich teuer, aber wir sind uns alle einig, dass das Geld nirgends besser investiert wäre als in der Kinder- und Jugendarbeit, der Zukunft unserer Gemeinde. Matthias Gibhardt, der sich als neuer Leiter des KiJu prima eingelebt hat, hat viele Ideen, wie er die Arbeit mit den Jungs und Mädchen in neuen Räumen und mit neuen Konzepten noch besser gestalten kann.

Die Arbeitsgruppe Gemeindeentwicklung, oder wie auch immer das noch junge Kind heißen soll, hat ihre Arbeit aufgenommen. Alle an der Gemeindearbeit der nächsten Jahre Interessierte (also auch Sie!) werden demnächst herzlich eingeladen, mit Leuten aus dem Presbyterium und den Mitarbeitenden der Gemeinde an Zukunftskonzepten zu basteln. Dabei ist noch gar nicht so sehr an konkrete Entscheidungen gedacht, vielmehr soll erstmal frei von der Leber weg diskutiert und überlegt werden, vor allem zu den Themen Kinder und Jugendliche (von der Krabbelgruppe bis zum jungen Erwachsenenalter) sowie Gottesdienstgestaltung – alle paar Jahre mal durchzulüften kann ja selbst einer so gut aufgestellten Gemeinde wie unserer nicht schaden.

Kennen Sie eigentlich Frau Scharbert? Wenn nicht, wird sich das sicher bald ändern, denn Sie wird ab Juli den Küsterdienst übernehmen und das neue freundliche Gesicht an der Kirchentür sein. Herzlich willkommen!

Unter frischer Leitung (Pfarrerin Gudrun Weber-Gerhards) aber mit der bewährten Stellvertretung (Presbyterin Barbara Henn) starten wir also in die zweite Hälfte unserer Amtszeit. Ist Ihnen was aufgefallen: Das Wort "Zukunft" konnten Sie in diesem Text einige Male lesen, "Fußball" hingegen bis hierher noch gar nicht. Komisch...

Winter 2013/14

GlockenspielDer Karneval tobt gerade um mich herum und ich frage mich verwundert, welchen Winter die Jecken eigentlich dieses Jahr vertreiben wollen? Sei’s drum, der Klimawandel hat ja auch seine Vorzüge, vor allem da, wo der Wind so kalt... Sie wissen schon.

Das Glockenspiel spielt wieder! Ich freue mich jedes Mal, wenn ich im Städtchen unterwegs bin und diese akustische Botschaft unserer Kirche höre – unaufdringlich, melodisch und freundlich, so sollte sich christliche Gemeinde öfter präsentieren.

Die gute alte Sitte des Kirchcafés wird gerade wiederbelebt und trifft auf erfreute Gottesdienst-BesucherInnen, die sich eine Tasse Tee oder Kaffee und ein paar Kekse gerne schmecken lassen. Selbstverständlich können sich auch Nicht-PresbyterInnen an der dazu natürlich notwendigen Vor- und Nachbereitung beteiligen, nur keine falsche Bescheidenheit!

Von der Herbstsynode des Kirchenkreises ist dieses Mal Positives zu berichten (ja, das gibt’s auch!), vor allem der sehr persönliche und detaillierte Bericht einer Reise nach Muku im Kongo beeindruckte. Hoffentlich können zu dem noch immer lebensgefährlichen Gebiet bald mal wieder normalere Beziehungen hergestellt werden.

Von Pfarrer Schmidtke aus unserer anderen Partnergemeinde in Gransee mussten wir diesen Winter Abschied nehmen, eine Altenkirchener Delegation war dort – und das war gut so. Die Beziehungen sollen wieder intensiviert werden, im Sommer machen die BläserInnen den Anfang.

Das gesellschaftliche Ereignis im Altenkirchener Januar war ohne Zweifel der ökumenische Neujahrsempfang in unserem Forum. Ein Gastvortrag spannte den religionsgeschichtlichen Bogen beinahe von Adam und Eva bis heute und wer das Spiel der beiden größten kirchenmusikalischen Koryphäen der Stadt an einem einzigen Klavier (gleichzeitig!) verpasst hat ist echt selber schuld.

Puh, dieses Mal gäbe es noch viel, viel mehr zu berichten, aber der Gemeindebrief hat ja auch gerade erst angefangen...

Sommer/Herbst 2013

BlätterDer Sommer war, für Westerwälder Verhältnisse, lang, warm und – ruhig. Ist ja auch mal schön. In der Arche freut man sich mittlerweile, nach etwas Chaos am Ende der Sommerferien, über neue Räume, Kinder und Konzepte. Der Umzug des Kirchenbüros ist abgeschlossen und Frau Müller bekommt sogar ab und zu schon wieder Besuch von Gemeindemitgliedern. Es fand auch eine Kirchenkreis-Synode statt, doch kaum jemand von denen, die da waren, kann sich noch daran erinnern, worum es eigentlich ging... Freuen wir uns also auf einen aufregenden Herbst und Winter!

Altenkirchen wird nächstes Jahr auch schon 700 Jahre alt und die christlichen Kirchen sind voll dabei – im Januar mit einem Neujahrsempfang und im Juli mit einem großen Fest der Begegnung auf dem Schlossplatz: 700 Jahre gefeiert an 7 Tafeln. Wir suchen übrigens noch Leute, die dabei mitmachen möchten!

Haben Sie auch davon gehört, dass die Rheinische Landeskirche in den nächsten Jahren noch viel, viel mehr sparen muss als ursprünglich gedacht? Das Thema Finanzen beschäftigt uns natürlich oft (vor allem auch wegen der laufenden, aber unbeliebten Umstellung auf ein neues Buchungsverfahren, das sog. NKF) und wir beobachten scharf, was da noch alles auf uns zukommen wird. Zurzeit haben wir als Ortsgemeinde noch keine Nachteile davon, aber wer weiß, wie lange das so bleibt.

Zwischen doch manches Mal leicht ermüdenden Diskussionen über Stühle, Anstriche, Mülleimer, Herde, Spülmaschinen, Opferzwecke und Co. bleibt also, wie man sieht, doch ab und an etwas Zeit für Wichtiges. Immerhin gibt es dazu Apfelschorle und Schokokekse...

Frühjahr 2013

KyrieIm April hat uns Kantor Kuhlo besucht und die Neuerungen vorgestellt, die er für die Liturgie im Gottesdienst vorschlägt. Er möchte da nur wenige Änderungen vornehmen, die aber dafür sorgen sollen, dass der liturgische Gesang wieder etwas lebendiger und frischer wird. Außerdem soll es neue, übersichtlichere Liturgieblätter geben, die auch die Noten der Gemeindegesänge sowie Übersetzungen der Texte enthalten. Indem er uns einige der neuen Stücke vorgesungen und viele musikalische Zusammenhänge erläutert hat, hatte er uns schnell überzeugt und wir haben beschlossen, die neue Liturgie in den nächsten Monaten mal auszuprobieren. Auch dass nun ab und zu Taizé-Gottesdienste stattfinden und mit dem vor kurzem angeschafften Liederheft „Wortlaute“ neue Wege beschritten werden können, finden wir gut – wir sind jedenfalls sehr froh, einen so tollen Kantor zu haben!

Die Kirchengemeinde hat eine neue Internetseite! Presbyterin Simmerkuß hat sich viel Arbeit gemacht und eine sehr schöne, übersichtliche und informative „Website“, wie das modern heißt, vorgelegt. Schauen Sie doch mal rein unter evkgmak.de!

Der neue Anbau an der Kindertagesstätte „Arche“ geht flott voran. Bald wird alles fertig sein, um Kinder aller Altersstufen (demnächst ja auch schon ab dem ersten Lebensjahr) optimal betreuen und versorgen zu können. Dafür gab’s natürlich viel zu beraten und zu entscheiden - und neue Parkplätze sind ganz nebenbei dabei auch noch abgefallen!

Auch im Jugendzentrum tut sich einiges: Bald wird dort ein neuer „Chef“, Matthias Gibhardt, anfangen, den wir Anfang des Jahres eingestellt haben. Es gibt auch neue Öffnungszeiten und ganz neue Angebote, etwa das „Huckepack“-Nehmen von Schulkindern, die nun den ganzen Nachmittag über betreut werden können. Davon wird bestimmt noch viel zu hören und auch hier wieder zu lesen sein...